Schutzerdung eines WEM Watkins Copicat Mk 4

Das Copicat Mk IV aus Großbrittanien wurde mittlerweile gereinigt, kleinere Schäden wurden beseitigt. Das Gerät hat nun einen deutschen Netzstecker und eine Schutzerdung des Chassis erhalten.

Das YouTube Thumbnail ist eine Hommage an mein Lieblingsalbum von Metallica – Stromschläge sind kein Spaß, also: „Avoid the Lightning“ – „Vermeide den Blitz“! Eine nachträgliche Schutzerdung alter Geräte kann hier den entscheidenden Beitrag leisten.

Reparatur von Andruckrollen

Bei vielen Nachhallgeräten wie der Echolette oder den Pendants aus dem Hause Dynacord gibt es dasselbe heikle Problem: Die Geräte wurden oft nicht korrekt ausgeschaltet!

Das bedeutet, dass der Mechanismus nicht aktiviert wurde, der die Andruckrolle vom Capstan wegbewegt. Der Gummi bleibt dann an den Capstan gepresst und dellt sich an dieser Stelle ein.

 

Eine tiefe Delle in der Andruckrolle: Hier war
die Rolle jahrelang an den Capstan gepresst

 

Besonders wenn dieser Zustand über Jahre andauert und der Gummi austrocknet, können diese Dellen sehr tief werden. Eine solche Andruckrolle ist eigentlich nicht mehr zu gebrauchen. Sie sorgt im laufenden Betrieb für extreme Geräusche, der Gleichlauf kann gestört sein und durch die Geräte laufen – besonders in der schnellen Motor-Geschwindigkeit (44 cm/s !) – starke Vibrationen.

Dies ist bei alten Platinen und Lötstellen sowie besonders in Geräten wie dem Echocord Super 75, in dem ein Federhall eingebaut ist, absolut nicht zuträglich und eine sichere Quelle zukünftiger weiterer Probleme.

Neue Andruckrollen sind nicht gerade billig, aktuell liegt der Preis im Internet bei ca. 60€ zzgl. Versand.

Ich habe in einem Video erklärt, wie man mit durchaus üblichen Werkzeugen eine Reparatur dieses Problems auch zuhause erledigen kann.

 

 

Es gibt noch weitere Themen, die ich in der Zukunft ebenfalls zu besprechen plane. So kann man grundsätzlich auch einen neuen Gummibelag auf den Rollenkörper aufbringen, auch gibt es Mittel, um den Gummi wieder weicher zu machen.

Dynacord Eminent II T & Echolette ET-100 Box (Soundtest)

Der Dynacord Eminent II mit dem Zusatz T ist diejenige Version dieses Verstärkers, die eine Transistorvorstufe hat und nur eine Röhrenendstufe: Gegentaktendstufe mit 2x EL34 und 1x ECC81.

Es handelt sich hierbei nicht dediziert um einen Gitarrenverstärker, man kann ihn sich eher als 4-Kanal P.A. für Mikrofone und sonstige Instrumente vorstellen. Wenn man den Eingang aber ein wenig übersteuert, erhält er einen schönen Crunch (hier mit der P.R.S. CE 24 und ihrem Steg Humbucker angetrieben).

Die Echolette ET-100 ist eigentlich eine Bass-Box.

Im Zusammenspiel funktioniert das hinreichend mit einem zeittypischen Sound. Kein „match made in heaven“ aber durchaus brauchbar.

Hier noch ein paar Bilder des Eminent:

Wurde offenbar mal von DIN auf Klinke umgebaut
2 Doppelpotis pro Kanal: Jeder der vier Kanäle hat Regelung für – Lautstärke, Bass, Höhen und für Hall (Dynacord Nachhallgerät extern anzuschließen)
Die rot markierte Buchse ist für Anschluss des externen Nachhall-Gerätes. Man beachte auch den 100 Volt Anschluss (ELA-Technik)
Die zwei 0,5 A Anodensicherungen waren beide kaputt. Nach Tausch lief der Verstärker problemlos.
Impedanzanpassung über Steckbrücke
Oben sieht man die ECC81, darunter die zwei großen EL34. In der Mitte entwickelt der Verstärker eine gehörige Hitze!
Man beachte unten den sehr massiven Ausgangsübertrager. Der Verstärker hat Gewicht!

Dynacord Echocord Super 75: Ein sehr gut erhaltender Fund mit nicht sofort ersichtlichen Problemen

Mechanische Effektgeräte erfordern, anders als moderne Gerätschaften, eine regelmäßige gründliche Reinigung und Schmierung.

Vor Ostern habe ich ein Gerät auf dem Tisch, das lange gestanden hat – man könnte meinen, die Probleme sind offenkundig: Schmutz überall. Ein anderes Problem, das eventuell noch ins Geld geht, erkennt man dagegen nicht auf den ersten Blick…

Echolette ET 100 Lautsprecher Box

Wer Dachboden- und Kellerfunde sucht, stößt manchmal noch auf sehr schön erhaltene Veteranen des Musikmachens. Meist ist jedoch zunächst einmal eine gründliche Reinigung notwendig. Dazu habe ich ein Video gemacht, es dient aber als Blaupause für die äußerliche Reinigung von Verstärker- und Lautsprechergehäusen mit Vinyl-Kunststoff-Bezug (sprich: „Tolex“) allgemein.

Und hier noch weitere Detailfotos, auch vom Inneren, der 2×12 Zoll Lautsprecherbox.

Echolette – Great sound of music (Marketingbroschüre 1967/68). Seltene Bilder aus der Produktion!

Ich bin kürzlich in den Besitz einer alten Marketingbroschüre zur Musikmesse in Frankfurt 1967 oder 1968 gekommen. Neben einem Überblick zum Stand der Firma „Echolette Vertrieb“ finden sich darin einige seltene – und wie ich finde sensationelle – Bilder unter anderem aus der Produktion.

Die Broschüre als PDF stelle ich hier zum Download bereit:

Echolette – The sound of music (Marketing Broschüre 1967/68; 99 MB)

Cover der Broschüre

Und hier ein paar der Bilder, die verschiedene Stationen aus der Echolette-Produktion zeigen:

„Verstärkerprüfung mit Starkstrom“
„Messtechnische Überprüfung eines Echolette-Hallgerätes“
Echolette Broschüre
Der Zusammenbau der Geräte: NG 51 im Vordergrund
Die Herstellung der „Goldkäfige“ ist Schlosser-Handwerk
Der Mann hinter der Technik: Arthur Klemt (Mitte)
Planung- und Entwicklunsabteilung (links), hauseigene Werkzeugmacher (rechts)
Transport der Waren zum Flughafen in damals noch fast brandneuen VW T2

Update zur fehlenden Copicat IC300 Knopfkappe

In meinem Video zur Reparatur des Watkins Copicat IC 300 habe ich erwähnt, dass dem Gerät auch eine der roten Knopfkappen fehlt.
Ich habe mich hier um Ersatz bemüht – kurz gesagt gibt es hier meinen Recherchen nach kein Originalersatzteil. Da eine fehlende Kappe natürlich auch kein funktionelles Bauteil ist, wird sich hier vermutlich auch niemand die Mühe machen, so etwas nachfertigen zu lassen.
Fehlende Knopfkappe rechts
Fehlende Knopfkappe rechts
Im Internet habe ich mich auf die Suche nach möglichst ohne weiteres Zutun passendem Ersatz gemacht und habe dieses Angebot hier auf Ebay gefunden. Ganz billig ist das für eine einzige Kappe auf den ersten Blick nicht, aber hier sind schon die Versandkosten mit drin.
Die Knopfkappe in der zweiten Reihe links sieht vielversprechend aus
Die Knopfkappe in der zweiten Reihe links sieht vielversprechend aus
Der Anbieter gibt auch die wichtigsten Maße mit an:
Maßangaben für den äußeren Radius und den Radius des Innenrings
Maßangaben für den äußeren Radius und den Radius des Innenrings
Angabe an welchen Stellen A und B gemessen wurden
Angabe an welchen Stellen A und B gemessen wurden
Natürlich gibt es optisch ein paar Unterschiede:
  • Die Originalkappe besteht aus Dreiecksflächen, die im Mittelpunkt ihrer Spitzen etwas überhöht sind
  • Der weiße Strich ist bei der Originalkappe etwas länger
  • Das Rot der Ersatzkappe ist etwas dunkler
  • Die Ersatzkappe sieht etwas kleiner aus
Man muss hier aber nicht päpstlicher als der Papst sein, die Frage ist letztlich immer, ob man den Unterschied tatsächlich wahrnimmt.
Links das Original, rechts die Ersatz-Knopfkappe
Links das Original, rechts die Ersatz-Knopfkappe
Was viel problematischer ist, ist die Unterseite:
Die Originalkappe hat einen sehr feinen Innenring, der ziemlich weit vom Rand entfernt ist, bei der Ersatzkappe ist es genau andersherum: Großer Innenring mit einiger Wanddicke und sehr nah am Rand.
Links das Original, rechts der Ersatz
Links das Original, rechts der Ersatz
Ein Dich-an-Dicht-Vergleich
Ein Dich-an-Dicht-Vergleich
Die Messung ergibt für die Originalkappe einen Außendurchmesser von 9 mm. Die Wandstärke des Rings ist ca. 1 mm.
Messung Innenring an der Original-Kappe
Messung Innenring an der Original-Kappe
Der Kappendeckel misst ca. 13mm.

Messung Durchmesser der Kappendecke
Messung Durchmesser der Kappendecke
Bei der Ersatzkappe ist der Außendurchmesser des Rings etwas weniger als 12 mm, allerdings ist an einer Stelle eine kleine „Nase“ vorhanden, die ihn nochmal um 1 mm an dieser Stelle verbreitert.
Messung Innenring an der Ersatzkappe
Messung Innenring an der Ersatzkappe
Messung Innenring an der Ersatzkappe
Messung Innenring an der Ersatzkappe
Messung Durchmesser Kappendeckel am Ersatz
Messung Durchmesser Kappendeckel am Ersatz
Der Außendurchmesser des Knopfes am IC300 beträgt ca. 15 mm, innen sind es ca. 12 mm.

Vermessung des Knopfes am IC 300
Vermessung des Knopfes am IC 300
Allerdings ist das ernsthafte Problem, dass die originale Knopfkappe sich nicht direkt gegen die Innenwand des Knopfes drückt, sondern gegen sechs kleine Abstandhalter im Inneren des Knopfes.
Diese werden im Falschfarbenbild sichtbarer:
Im Inneren sieht man die kleinen Abstandhalter, die den Innenring der Original-Knopfkappe arretieren.
Im Inneren sieht man die kleinen Abstandhalter, die den Innenring der Original-Knopfkappe arretieren.
Das ist natürlich nicht so geschickt und obwohl die Ersatzkappe von den reinen Maßen fast perfekt passen würde – dass die Originalkappe von diesen seltsamen Abstandhaltern gehalten wird, macht die äußerlich fast perfekte Ersatzkappe leider unpassend!
Meine Idee war es dann, aus dem Innenring der Ersatz-Knopfkappe etwas rauszuschneiden, so dass der Rest zwischen die Abstandhalter passt:
Der grobe "Schneidplan"
Der grobe „Schneidplan“
Also Dremel raus und vorsichtig loslegen:
Grobschnitt
Grobschnitt
Dremeln und feilen und anpassen
Dremeln und feilen und anpassen

Irgendwann hat es dann ganz gut gepasst, allerdings sind so kleine Schnitte nicht mit solcher Präzision hinzubekommen, dass es dann ganz perfekt passt. Es hat gepasst, aber die Ersatzkappe hat sich nicht so fest zwischen die Abstandhalter geklemmt, dass ich ein gutes Gefühl gehabt hätte. Mit dem Fingernagel konnte ich sie ganz leich raushebeln.

Deswegen habe ich mich letztendlich doch entschieden, sie einzukleben (Superkleber).

Das Ergebnis überzeugt mich aber. Man wird es immer sehen, wenn man weiß, dass da eine Kappe nicht original ist, aber ich finde es ist vermutlich bestmöglich gelöst.

Die Ersatzkappe im Kreise der Originale
Die Ersatzkappe im Kreise der Originale
Von Nahem kann man den Unterschied erkennen
Von Nahem kann man den Unterschied erkennen

Framus Schweller-/Volumenpedal (1960er)

Mir ist dieses schicke Volumenpedal, vermutlich aus den 1960ern, zugeflogen. 

 

Framus Volumenpedal
Framus Volumenpedal

 

Es hatte einen optischen Mangel und hat darüber hinaus die typischen Wartungen benötigt. Es ist aber so oder so ein interessantes zeittypisches Gerät, das ich hier dokumentieren möchte.

 

Zunächst einmal gab es dieses Volumenpedal vermutlich auch innerlich baugleich noch von zwei anderen Herstellern: Dynacord und Schaller.

 

Das gleiche Pedal von zwei anderen Herstellern
Iterationen des gleichen Themas

 

Auch im Vergleich mit dem ähnlich aussehenden Wah-Wah-Pedal ist das Volumenpedal recht bullig gebaut. Das ist da, um getreten zu werden und äußerlich hat es die Zeitläufte deshalb auch gut überstanden.

Das Pedal hat eine Länge von rund 26 cm
Länge: rund 26 cm

Die Höhe des Pedals beträgt bis zu 10 cm
Auf „leise“ gestellt ganze 10 cm hoch.

Wie beim Wah-Wah-Pedal ist der Boden abschraubbar, die vier Schrauben halten zugleich vier Gummifüße. Anders als bei modernen Pedalen ist der Boden aber aus Metall und nicht aus Kunststoff.

Der Boden des Pedals mit Gummifüßen
Der Boden des Pedals mit Gummifüßen

Im Inneren herrscht keinerlei Enge:

Das Innenleben des Volumenpedals
Das Innenleben

Wie auf dem Bild oben ersichtlich ist das verstärkerseitige Kabel fest im Pedal angebracht. Als Zugentlastung dient eine Schelle, die im Gehäuse angeschraubt ist. Von der Zugentlastungsschelle führt interessanterweise eine Litze zum gemeinsamen Erdungspunkt an der Ausgangsklinkenbuchse.

Ja, diese kleinen Fäden sind tatsächlich haarfeine Drähte mit einer Ummantelung.

Ebenfalls zum gemeinsamen Erdungspunkt führt das Schirmgeflecht des Kabels.

Der „heiße“ Draht geht zum Schleifer des Potis (Mitte), die mit der Erde verbundene Lötöse ist in Blickrichtung oben, der Ausgang zur Ausgangsklinkenbuchse unten.

Nicht sehr schön fand ich, dass die Zahnstange des Pedals extrem am Rand der Zahnhülse auf der Potiachse saß.

Das Potentiometer habe ich mir etwas genauer angsehen, auch weil mich interessiert hat, ob man hier eventuell etwas über das Alter des Pedals herausfinden könnte.

Das Potentiometer hat einen Widerstanbd von 1 Megaohm und einen logarithmischen Regelweg
1 Megaohm, logarithmisch

Leichte Verschmutzungen am Poti
Es ist überall ein wenig Schmutz, das kann man gleich säubern

Das Potentiometer
Das Potentiometer

Stemag Dralowid 51L
Stemag Dralowid 51L

Das Poti war zwar nicht mit dem Produktionsjahr gestempelt, aber es handelt sich um ein Dralowid 51L der Firma STEMAG (1921-1970). Damit ist das Alter irgendwie gesetzt, das Teil ist zumindest von vor 1970 bzw. das Poti ist von vor 1970. Dralowid steht übrigens für Drahtlose Widerstände.

Ich habe dann die Position der Zahnstange etwas verbessert, indem ich die Zahnscheibe, die das Poti am Gehäuse festkrallt, geändert habe. Statt auf der Schaftseite unter der Mutter, sitzt sie nun unten am Potigehäuse; dadurch wandert die Potiachse in Sichtrichtung nach unten:

Verbesserte Position der Zahnstange
Verbesserte Position der Zahnstange

Gefettet und auch die Kabel wieder angelötet
Gefettet und auch die Kabel wieder angelötet

Das Potentiometer habe ich mit dem Ohmmeter geprüft, es hat einen maximalen Widerstand von 1130 kOhm; die gemessenen Einzelwiderstandswerte sind stimmig über den kompletten Regelweg. 

Ich hatte noch keine Gelegenheit, es auszutesten und hoffe, dass es nicht kratzt.

Zuletzt musste der DIN-Stecker erneuert werden, das Original (?) war sehr angefressen:

Alt…

…und neu

Pin 1 ist der „heiße“ Draht, Pin 2 wie immer Masse.

 

Erster Prototyp: Fußschalter für die Echolette NG-51 S

Im praktischen Bühneneinsatz wäre es besser, auch die Echolette Bandechos per Fuß bedienen zu können. Die Möglichkeit einer Fernsteuerung war sogar vom Hersteller schon vorgesehen. Hierzu findet man im Original-Handbuch folgende Darstellung.

Anschluss der Fernbedienungsbuchse aus dem Echolette NG51 Handbuch
Aus dem Echolette NG 51 S Handbuch

 

Es ist interessant, dass hier nicht die Werbeanzeige oder die Artikelnummer für eine fertig zu kaufende „Fernbedienung“ abgedruckt wurde, offensichtlich war der „Do-it-yourself“-Gedanke bei Musikern in den 60ern noch weiter verbreitet. Auch steht hier nicht explizit etwas von einem Fußschalter; es geht nicht wirklich aus dem Handbuch hervor, was für eine Art der Fernbedienung dem Hersteller vorschwebte.

Mir persönlich schwebt etwas wie ein Expression-Pedal vor. Da es aber absolut illusorisch ist, eines mit einem (dreipoligen) DIN-Stecker zu finden, geschweige denn mit der richtigen PIN-Belegung, möchte ich so etwas gleich selbst bauen.

 

Ich plane ein Wah Wah-Pedal entsprechend umzumodeln, dazu aber zu einem anderen Zeitpunkt mehr. Um das Konzept zu testen, habe ich mir erstmal einen Prototyp gebaut. Da ich keine Vorbilder hierzu gefunden habe, musste ich bei Null anfangen – beziehungsweise bei dem obigen Schaubild. Ich möchte aber nicht „entweder-oder“ wie oben dargestellt, sondern beides!

Die grundsätzlichen Überlegungen

Es ist klar, dass für „Ein-Aus“ ein Schalter her muss, für „Kontinuierlich regelbar“ ein Potentiometer. Logisch ist in der Kombination, dass der Schalter das Echo ein- und ausschaltet, wenn es eingeschaltet ist, dann müsste man die Echostärke über das Poti kontinuierlich regeln können. Der Aufbau folgt also einer linearen Logik: Fernbedienbuchse => Schalter => Potentiometer

Alles fängt an der „Fernbedienungsbuchse“ an, also nehmen wir erstmal einen 3-poligen DIN Stecker und ein spezielles Kabel, das zwei Litzen und eine Abschirmung hat. Die Litzen sind PIN1 und 3, die Abschirmung ist PIN2, also die Erde.

 

Ich habe mich für das „Stairville DMX Cable 3Pin Black“ entschieden, dass es bei Thomann als Meterware gibt (Artikel-Nr. 409232, 0,93 € pro Meter).

Auf dem Bild sieht man die drei Litzen des für dieses Projekt verwendeten Kabels
Die drei Litzen des Kabels abisoliert; rechts schon an den DIN-Stecker angelötet

 

Im rechten Teilbild von links nach rechts in der Draufsicht: PIN1 (weiß), PIN2 (silber), PIN3 (rot).

 

Beim „Ein-Aus„-Szenario haben wir es mit zwei Drähten bzw. zwei PINs des DIN-Steckers zu tun, bei „Kontinuierlich regelbar“ benötigen wir hingegen alle drei Litzen und alle PINs des DIN-Steckers. Da diese drei Drähte alle durch den Schalter müssen (auch wenn hier nur zwei geschaltet werden), kommt nur ein dreipoliger Stecker in Frage, hier bietet sich der im Pedal-Bereich fast immer vorkommende 3PDT („3 Pins, Double Throw“ = 3 Pins, zwei Schaltebenen) geradezu an.

Aber wie belegt man den Schalter am besten? Ich habe hier den Stift zur Hand genommen und ein wenig Logik gespielt. Dabei herausgekommen ist folgende Konfiguration:

Die erste Zeichnung für die Belegung des Fußschalters
Erste, noch nicht ganz fertige 3PDT Konfiguration

Bei diesem Schalter sind entweder die mittlere und die obere Reihe verschaltet (und zwar immer die zwei Pins, die übereinander liegen) oder die mittlere und die untere Reihe. Also so, die einzigen beiden verbundenen Kontakte sind jeweils mit einem Kästchen umrahmt:

 

Schaltschema des Fußschalters
Links (grün) = Echo aus; Rechts (rot) Echo an

Man muss immer auch vom Löten her denken, hier ist das Problem, dass es zwischen den 9 Pins des Schalters eng zugeht. Deswegen fange ich so an, dass ich die drei Litzen von der Eingangs-Seite / von der Echolette auf eine Seite des Schalters direkt an den Rand lege (oben).

Pin 1 der Fernbedienungsbuchse muss in jeder Schalterstellung durchgereicht weden, weil wir ihn im „Ein-Aus„-Szenario gar nicht benötigen, dann aber im „Kontinuierlich regelbar„-Szenario. Deshalb überbrücken wir die linke Reihe von oben nach unten komplett mit einem Draht (man sagt dazu auch „Jumper“).

Die „grüne“ Schalterstellung ist die „Aus„-Stellung, denn PIN3 und PIN2 werden hier kurzgeschlossen (mittleres grünes Kästchen, PIN2 kommt von rechts oben über den Jumper), das Echo geht komplett zur Erde, man hört kein Echo mehr.

Die „rote“ Schalterstellung ist die „Ein„-Stellung: PIN1, PIN2 und PIN3 haben je ein aktives Bein in den roten, aktiven Kästchen.

Die überbrückten PINs des Schalters habe ich mit den Drahtenden von Kondensatoren und Widerständen erstellt, die ich immer aufhebe, wenn ich eingelötete Beinchen abschneide. Diese Drahtenden sind meist ziemlich starr und etwas dicker und eignen sich perfekt als Jumper.

Der Fußschalter von unten mit bereits eingelegten, aber noch nicht verlöteten Jumpern
Die eingelegten Jumper; noch nicht verlötet

 Nun wird das Kabel vom DIN-Stecker kommend angelötet.

 

Der fertig verlötete Fußschalter
Die rote Litze ist im Bild  noch nicht angelötet

Nun wird die zum Poti weiterführende Seite angelötet. Hier bin ich etwas vom Plan abgewichen und habe die Erdverbindung nicht Mitte-rechts angelötet sondern Mitte-unten. Das macht aber keinen Unterschied und ich habe meine drei Litzen nahe beieinander und kann sie besser zum Poti führen.

Der fertig verlötete Fußschalter
Der fertig verlötete Schalter

Nun werden die Litzen an das Poti angelötet. PIN3 ist der Schleifer, PIN1 und PIN2 gehen jeweils an eines der entfernten Enden, so wie es in der Darstellung im Handbuch ersichtlich ist. Ich habe hier noch keine Gedanken daran verschwendet, an welche Seite PIN1 und PIN2 gehen müssen; später im Wah Wah-Gehäuse muss ich mir dies noch genau überlegen, weil ich es gerne so hätte, dass das Echo beim nach vorne Treten des Pedals zunimmt und beim Zurücktreten entsprechend abnimmt.

Die drei Litzen an das Potentiometer gelötet
In die Teilekiste gegriffen: 500 kOhm Poti linear
 
 
So sieht das fertige Konstrukt aus:
 
 
Ansicht der komplett fertigen Verkabelung
Die fertige Verkabelung

 

Um das ganze Konstrukt zum Testen wiederstandfähiger zu machen (die Drähte zwischen Schalter und Poti lassen sich wunderbar löten, sie brechen aber bei mechanischer Belastung gerne ab), habe ich es auf ein dünnes Holzbrett geschraubt.

 

Ansicht des fertigen Prototyps von unten
Prototyp von unten

Ansicht des fertigen Prototyps von oben
Prototyp von oben

Hier ist der erste Test des Prototypen.

 

 

Ich hätte es wissen können, als ich einfach in die Teilekiste gegriffen habe: Das 500k Poti ist linear, das ist nicht ideal für den Regelweg, weil so ziemlich jede hörbare Veränderung nur im letzten Drittel stattfindet. Ich werde hier ein logarithmisches Poti im fertigen Fußschalter verwenden.

 

Soviel zum ersten Test, für mich funktioniert das Ganze schon ziemlich gut, jetzt muss ich es in das Wah Wah-Gehäuse einbauen und ich habe auch schon ein paar Ideen für das äußere Design des Pedals. 

Dazu später mal mehr…