Ausgangspunkt der Feststellung war eine durchgebrannte Endstufe in dem Verstärker, Zitat:
„Einen angebrannten Widerstand konnte ich mit 4.7 Ohm messen, der steht aber im Schaltbild mit 4.7 kOhm. Ich hab dann den Wert aus dem Schaltbild eingebaut und die Endstufe hat verzerrt. Als letztes habe ich 4,7 Ohm eingebaut und die Verzerrung war weg. […] Der Widerstand sitzt am Emitter des BC-161 in der Endstufe.“
Hier ist wohl ein Fehler im Schaltplan!
Es liegt aktuell nur ein einziger Schaltplan des CA-60 vor und es ist auch unklar, ob es nicht eventuell verschiedene Revisionen gegeben haben könnte, von denen eine vielleicht tatsächlich an besagter Stelle einen 4.7 kOhm Widerstand verbaut hatte. Andererseits gibt es genügend Beispiele, wo originale Schaltpläne nicht ganz stimmen.
Wer also einen CA-60 auf der Werkbank hat, sollte den obigen Hinweis bitte unbedingt in Betracht ziehen. Es gibt wie beschrieben starke Anzeichen, dass hier ein Fehler im Schaltplan vorliegt.
Nachtrag 19.05.2025
Ich bin korrekterweise darauf hingewiesen worden, dass es auf dieser Webseite doch eine zweite Version des Echolette CA-60 Schaltplans gibt. Diese stammt aus dem Handbuch des CA-60: Ich hatte sie aber ehrlicherweise komplett vergessen, weil die Vorlage extrem schlecht war und der Schaltplan nicht gut lesbar ist.
Aber diese andere Version ist umso interessanter, weil der besagte Widerstand hier doch tatsächlich mit 4.7 Ohm angegeben ist.
4.7 Ohm statt 4.7 KiloOhm. Ein wesentlicher Unterschied!
Ich behalte bis auf weiteres beide Schaltplan-Versionen im Download-Bereich, obwohl die erstere (gut lesbare Variante) noch mindestens eine weitere Unstimmigkeit / einen weiteren Fehler beinhaltet: Siehe unterschiedliche „+B“-Spannungszufuhr zum oberen 2N 3055-Endstufen-Transistor.
Links wird +B über zwei Widerstände zum oberen 2N 3055 geführt, in dem schlecht lesbaren Schaltplan aus dem Handbuch liegt die Spannung hingegen direkt am Kollektor des Transistors (wie es wohl richtig ist).
Vielleicht ergibt es sich ja noch einmal, dass wir hier weitere Informationen zu der Möglichkeit unterschiedlicher Revisionen des CA-60 finden können. Bis dahin sehen diese Unstimmigkeiten aber doch wie Zeichnungsfehler in dem besser lesbaren der beiden Schaltpläne aus.
Echolette Freunde, markiert Euch bitte zwei Daten im April ganz dick im Kalender, denn es kommen in Kürze zwei ganz tolle Videos auf YouTube heraus!
Mein Freund Björnson Bear nimmt uns am 04.04.2025 zuerst mit auf einen „Rig Rundown“ zu seinem Echolette M40 Setup. Hier wird er zeigen, wie er den Echolette Mischverstärker zusammen mit seiner umfangreichen Effektkette einsetzt. In das – wie ich finde – ganz hervorragende Setup sind sehr viele Überlegungen gewandert und es hat sich in den letzten Jahren vielfach im Studio und auf der Bühne bewährt.
Selbst wer den Echolette M40 schon gut kennt, wird hier noch sehr brauchbare Anregungen mitnehmen können und erfahren, was den M40 für den Musiker Björnson Bear so einzigartig und vielseitig macht.
Nach Ostern, am 25.04.25, nimmt Björnson Bear uns dann mit auf die Reise zu seinem Echolette B40N: Ein ganz anderer Verstärker, eine sehr unterschiedliche Charakteristik im Vergleich zum M40 – und damit eine wunderbare zweite Sound-Option.
Im Nachgang zu den Videos wird es auf bandecho.de noch ein einige weiterführende Informationen zum konkreten Aufbau des Setups und seiner Funktionsweise geben.
Ich möchte Björnson vorab schon einmal ganz herzlich dafür danken, dass er sein Wissen um den praktischen Einsatz der Echolette Verstärker mit uns allen teilt.
Deshalb: Bitte die Videos ansehen, kommentieren, gerne weiter empfehlen und „Daumen hoch“ geben!
Unter dieser Überschrift möchte ich einige Fundstücke zusammenfassen, bei denen Orchestergeräte und deren Hersteller aus Deutschland in irgendeiner Weise auf Schallplatten vorkommen. Die Auflistung ist ganz sicher nicht vollständig. Wer noch mehr kennt, kann dies sehr gerne als Kommentar zu diesem Beitrag beisteuern.
Hans-Joachim Roedelius und Dieter Moebius von der Band Cluster waren aktive Nutzer von Echolette- und Dynacord-Geräten.
Im folgenden Bild können wir im Hintergrund rechts eine Echolette Lautsprecherbox (E), vermutlich eine ET 500, erkennen. (A) und (C) sind zwei Dynacord-Kassettengeräte (bezieht sich auf das typische „Kassettengehäuse“ mit abnehmbarer Oberschale, Unterschale sowie dem separat abnehmbaren Deckel oben und unten). Ich vermute anhand der sichtbaren Anschlusskabel auf der Rückseite, dass es sich um Bandechos handeln könnte. (B) und (D) schließlich sind Echolette-Geräte, nämlich die Solid State Panorama Mixer
Die Rückseite des Albums Cluster II zeigt zwei Dynacord Gigant Verstärker (A) und (C). Mindestens ein Dynacord Echocord Mini Bandecho – (B) und sehr wahrscheinlich auch (D). Am Fuße des Bildes kann ich noch einen Schaller Fußschweller erkennen (E).
An der Orgel rechts lehnt ein Lapsteel, ich vermute aus dem Hause Framus.
Neben dem Echocord Mini (A) kamen bei Cluster aber auch Echolette E51 Bandechos zum Einsatz (B) und (D). Auch hier wieder oben rechts der Echolette Solid State Panorama Mixer in der Vorderansicht (C).
Szenenwechsel zu Kraftwerk. Die Rückseite ihres 1973er Albums Ralf und Florian ist ein Wimmelbild mit Orchesterelektronik.
Schauen wir uns den Arbeitsplatz von Florian Schneider im Detail an.
Hier finden wir ein Dynacord Echocord Super 75 oder 76, das wäre optisch nur an der Aufschrift oben rechts genau unterscheidbar (D). Im linken, hinteren Bildbereich erkennt man ein Gestell – eventuell das Echolette Kombinationsgestell G3 für bis zu drei Geräte (siehe Orchestergeräte-Katalog 1972, Seite 4 und 16). An oberster Stelle haben wir wieder den Echolette Solid State Panorama Mixer (A), darunter den Kraftverstärker Echolette Stentor (B) und vermutlich den Orgelverstärker Echolette B200 (C).
Auch hier ist vorne rechts ein Framus Lapsteel zu erkennen. Wie an anderer Stelle schon einmal erwähnt: Ich bin leider unterinformiert, was die Gitarren und Orgeln der Hersteller aus Deutschland angeht, aber eventuell kann hier jemand etwas Genaueres zu dem gezeigten Instrument sagen.
NACHTRAG 11.01.25
Wolfgang Grimm hat mir dankenswerterweise noch die folgenden Fotos zur Verfügung gestellt:
Es handelt sich hier um eine Doppel-Album-Ausgabe der ersten beiden Kraftwerk-Alben. Auch in Ihnen findet sich Orchesterelektronik aus Deutschland, die wir uns im Detail ansehen wollen:
Die vergrößerten Detailbilder zeigen (A) ein Dynacord Echocord Röhren-Bandecho ohne Frontblende, ein (B) Schaller Rotor-Sound Effektgerät sowie erneut den omnipräsenten Echolette Panorama Mixer (C).
Unten können wir ein Dynacord Echocord Super 75 Bandecho identifizieren (D) sowie einen Dynacord Gigant Verstärker (E).
Anderes Thema und damit zu einem Fundstück aus Österreich. Ich habe die nachfolgende Schallplatte der Band Milestones gefunden, auf deren Rückseite damit geworben wird, dass die Band Echolette-Geräte verwendet, jedoch nicht welche.
Ein faszinierendes Thema kurz vor Schluss dieses Artikels: Zu einem gewissen Zeitpunkt muss die Echolette Vertrieb auch ein eigenes Plattenlabel besessen haben. Ich bin mir aber nicht sicher, ob dies tatsächlich nicht nur Schallplatten zu eigenen Werbezwecken produziert und vertrieben hat. Folgendes Fundstück habe ich auftreiben können.
Die Schallplatte wirbt auf dem Etikett damit, dass sie unter Verwendung verschiedener Echolette- und Winston Geräte eingespielt wurde.
Zum Abschluss ein Blick in meine eigene „Plattenecke“. Ich höre selbst Schallplatten über meinen Telefunken Plattenspieler, der an den Phono-Eingang eines Echolette M70 Verstärkers angeschlossen ist. Der M70 (wie auch schon sein Vorgänger M40) hat eine ultralineare Endstufe und ist eigentlich mehr HiFi-Verstärker als alles andere. Insofern sehr gut auch zum Musikhören geeignet.
Am M70 hängen zwei Winston CS50 Lautsprecherboxen (auch eine Echolette Marke), die jeweils mit zwei Tieftönern und zwei Hoch-/Mitteltönern bestückt sind. Pro Lautsprecherbox haben die Winstons allerdings 30 Ohm Impedanz – das ist ein Problem. Denn der M70 hat nur folgende Lautsprecheroptionen: 1x 6 Ohm, 2x Lautsprecher parallel an der 6 Ohm Wicklung des Ausgangsübertragers (also je Box realistisch 12-16 Ohm) oder 1x 16 Ohm an einem separaten Einzelanschluss.
Um den Verstärker nicht umbauen zu müssen ( z.B. einen zweiten Anschluss parallel zum bestehenden 16 Ohm Anschluss setzen – 2x 30 Ohm parallel wären dann auch wieder ca. 16 Ohm), habe ich den Echolette Anpassungsübertrager LAU150 zwischen Boxen und Verstärker angeschlossen, der somit extern die korrekte Impedanzanpassung der beiden Boxen an den einzelnen 16 Ohm Anschluss verrichtet. Das Gerät ist links neben dem Plattenspieler sichtbar.
Da wir heute leider nicht mehr die Möglichkeit haben, uns die Nasen an Schaufenstern voller Orchesterelektronik aus Bayern plattzudrücken, sollen es zum Sonntag ein paar alte Bilder tun.
Echolette Schaufenster des Musikhauses Alt in Alzey (60er Jahre)
Das Musikhaus Alt im rheinland-pfälzischen Alzey hatte im Bild oben ein besonders ansprechendes Schaufenster eingerichtet: Mit Echolette Werbeflagge, sowie der Orchester-Kombination NG-51 und M40 im Transportkasten mit Füßen. Daneben ein Showstar und ein BS40 Verstärker mit passenden Boxen ET100 und ET2. Vorne die Verstärker B25, B30 und B35. Hinten: Eine Lautsprecherbox LE2, ein „Mikrofon-Dreizack“ mit den Modellen ED12, E1000 und ES14 und eventuell auch zwei Echolette-Gitarren…ein Teilaspekt, mit dem ich mich bislang zugegebenermaßen noch gar nicht auskenne.
Über dem Showstar thront ein Foto von der Beatles Tour des Jahres 1966, die von Echolette ausgerüstet wurde, und natürlich ein ziemlicher Werbetreiber für die Marke war.
Last but not least: Die Leuchtreklame! Ein Traum, der auch gut in mein Wohnzimmer passen würde.
Ausstellung mit Dynacord und Echolette im Musikhaus Arbiter in Lodon (60er Jahre)
In London gab es, zumindest auf dem hier wiedergegebenen Bild, kein eigenes Schaufenster für Echolette oder Dynacord. Dafür hat die Firma Arbiter eigene – und man muss tatsächlich sagen: verbesserte – Transportkoffer für NG-51 und M40 selbst herstellen lassen (siehe oben links und Detailbild unten).
Derselbe Koffer konnte auch für Dynacords Echocord und Eminent verwendet werden, hat hier aber dem Anschein nach aber nicht so nahtlos gepasst.
Spezialanfertigung Transportkasten Orchesterelektronik aus dem Hause Arbiter, London.
Zuletzt die Schaufenster der Firma Music City (einer Tochterfirma der Echolette Vertrieb) in der Münchner Leopoldstraße 46. Hier befinden wir uns allerdings bereits in den 1970er Jahren.
Echolette / Music City Ladengeschäft in der Münchner Leopoldstraße 46.
Um genau zu sein, beginnt dieser Text bereits mit einer falschen Überschrift. Denn eine Firma „Echolette“ hat es so nie gegeben – die Geräte wurden (ungefähr) die ersten zehn Jahre von der Firma Klemt entwickelt und gebaut, deshalb die Klemt Echolette. Später übernahm Dynacord Entwicklung und Produktion. Daneben existierte die Vertriebsfirma von Hans Bauer, praktischerweise in Katalogen und Anzeigen einfach „Echolette-Vertrieb“ genannt. Aus Firmen-Briefköpfen wissen wir, dass gesellschaftsrechtlich die Firma als Echolette Vertrieb Hans Bauer GmbH & Co. KG eingetragen war. Dies eventuell auch nicht von Anfang an, aber gesichert zum Ende der 1960er Jahre.
Bleiben wir bei dem Kurznamen: Die Echolette-Vertrieb steuerte – so viel weiß man gesichert – dem Ingenieurswissen der Firma Klemt Ideen für Produkte bei (unter anderem aus selbst durchgeführter Marktforschung unter Musikern und aus Erfahrungswerten in Tests mit Musikern). Daneben wurden unter dem Dach der Vertriebsgesellschaft aber auch Geräte von Drittherstellern in Deutschland verkauft, die mit Echolette nichts zu tun hatten. Zum Beispiel von Fender, Gibson und Gretsch. Später auch Moog Synthesizer und die Effektgeräte der US-Firma electro-harmonix.
Man weiß darüber hinaus aber für meinen Geschmack noch viel zu wenig über die Details von Firma und Produktentwicklung. Auch wer genau welches Produkt erfunden hat, ist noch alles andere als zweifelsfrei dokumentiert.
Sowohl in den frei zugänglichen Quellen des Internet wie auch in der offiziellen Dynacord Firmengeschichte1taucht das Echolette-Thema nur sehr oberflächlich auf. Die beste mir bekannte Zusammenfassung zur Produktgeschichte findet sich im Archiv Hans Ohms (es stimmen einige Informationen in Hans Ohms‘ Dokument nicht, aber das schmälert seinen Nutzen kaum). Die ausführlichsten biographischen Infos zu Hans Bauer hat Joachim Bung recherchiert und niedergeschrieben, ich habe hier darüber berichtet.
Man weiß heute aber mehr über manche in den 1860er Jahren gegründete Firma, als über ein bayerisches Unternehmen aus den 1960ern. Die Firma tritt in der Regel komplett hinter das Produkt – was natürlich auch in Grenzen nachvollziehbar ist, aber äußerst schade!
Es ist geradezu kurios, dass es noch keine umfassende Firmengeschichte zu „Echolette“ gibt und zur Person Hans Bauers. Zumal man bis in die 2000er Jahre noch hinreichend Chancen gehabt hätte, sich mit allen damals beteiligten Personen über das Thema zu unterhalten. Hier hat die deutsche Musikpresse aus meiner Sicht versagt und es hätte sich durchaus gelohnt: Denn wer sich allein mit der Figur des Firmengründers Hans Bauer befasst, wird merken, dass es sich hier um eine sehr interessante Unternehmer-Persönlichkeit der Nachkriegszeit handelt. Einen, der es buchstäblich vom Koch zum Millionär gebracht hat. Einer, der Dinge einfach ausprobieren wollte und ein Näschen für Entwicklungen in der Musikszene hatte – manchmal hat es geklappt, manchmal auch nicht. Ein Enthusiasmus, von dem man sich heute noch eine Scheibe abschneiden könnte.
Ich habe auf Basis meiner eigenen, bisherigen Recherchen und Informationen, die mir freundlicherweise zugetragen wurden, das folgende Dokument erstellt. In diesem versuche ich mich über den Aspekt der Firmenadressen einer chronologischen Firmengeschichte zu nähern. Natürlich ist das alles nur ein Entwurf, eine laufende Arbeit.
Dennoch möchte ich dieses zwangsläufig unfertige Dokument bereits zu einem frühen Zeitpunkt teilen. Immer mit dem Hintergedanken, dass es vielleicht Leser dieser Webseite gibt, die hier noch etwas beitragen können, die einen Tipp haben – auch gerne Ideen für weitere Recherchen.
Als ich vor einigen Jahren mein Interesse an alter Orchesterelektronik aus Deutschland gefunden hatte und mit dem Aufbau einer eigenen Sammlung begann, stellte ich mir sehr bald die Frage: Wer sammelt das eigentlich noch? Mit wem kann man sich austauschen? Wer kennt sich damit aus?
Natürlich war mir die Arbeit von Hans Ohms bekannt, aber ihn und seine Webseite www.el-me-se.de gab es zu der Zeit schon nicht mehr. In Internetforen kam das Thema Echolette, Dynacord und Co. immer mal wieder zur Sprache, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass es ein nennenswertes Interesse am Sammeln und vor allem Dokumentieren dieser Vintage Geräte gab.
Zumindest online nicht! Denn so viel war mir als – gerade noch so – Gen X’er, der noch eine Zeit vor „Online“ miterlebt hat, durchaus bewusst: Nicht jeder ist online, beziehungsweise nicht jeder zeigt seine Sammlung im Internet. Bei Käufen auf den einschlägigen Verkaufsplattformen schien beim Bieten nicht selten starker Mitbewerb zu bestehen, also musste es da doch zumindest andere Menschen mit diesem Interesse geben.
Ein wichtiger Schritt war für mich hier sicherlich der Aufbau dieser Webseite und meines YouTube-Kanals. Erst über diese beide Kanäle, sowie – das muss man trotz berechtigter Kritik an diesem Medium auch sagen – Social Media Accounts, habe ich damals erstmals auch einige Offline-Sammler-Kollegen und Experten kennengelernt. Nicht selten habe ich von ihnen eine klassische E-mail erhalten, ebenfalls nicht selten mit dem knappen Inhalt, ob man nicht einmal telefonieren könne.
Lange Rede kurzer Sinn, mir ist also schmerzlich bewusst, dass ich so manchen langjährigen Sammler und damit selbstverständlich auch langjährigen Experten der Materie, noch gar nicht kenne. Im besten Fall kennt er/sie mich auch noch nicht, schlimmstenfalls besteht trotz Bekanntheit gar kein Interesse am Austausch.
Was ich allerdings Ende Juli 2024 in einem Bericht gelesen habe, hat ehrlicherweise dazu geführt, dass ich mich erstmal hinsetzen musste – so abgefahren und spannend war der Inhalt.
Ich will es nicht zu aufregend machen, der Artikel ist in zweifacher Version ganz unten verlinkt: Einmal das Original, das bereits in 2023 in der Zeitschrift grand gtr’s & basses abgedruckt war und eine aktualisierte und erweiterte Version auf der Webseite der Zeitschrift Keyboards aus diesem Jahr.
Die Zusammenfassung in aller Kürze:
Der langjährige Leiter der F.A.Z-Bildredation, Christian Pohlert, hat seit den 90er Jahren eine Sammlung von Vintage Orchesterelektronik aufgebaut, die zum Schluss über 400 Verstärker, Lautsprecher, etc. umfasste. Wie aus dem Artikel schmunzelnd zu entnehmen ist: “ Die weltgrößte Sammlung für Bühnenmöbel „.
Zudem liest es sich so, als ob er in all den Jahren hierzu intensiv nachgeforscht hat. Stand heute ist die Sammlung an einen anderen, nicht näher benannten Sammler verkauft und man erfährt, dass der neue Besitzer die Sammlung wohl voraussichtlich in ein paar Jahren der Öffentlichkeit zugänglich machen wird.
Es ist vollkommen Spekulation, aber bei der reinen Menge, dem räumlichen Platzbedarf und dem Wert dieser Sammlung kann der neue Besitzer eigentlich nur ein größerer Player in der Szene sein. Adleraugen sollten ihre Blicke eventuell schon einmal über Oberfranken kreisen lassen. Ich warte gespannt, was man in den folgenden Jahren zu dieser Geschichte noch hören wird. Und falls Herr Pohlert und / oder der neue Besitzer der Sammlung zufälligerweise diese Zeilen hier lesen, möchte ich als Gruß unter Sammlern und Orchesterelektronik-Enthusiasten die Worte senden, die mir auch schon viele Sammlerkollegen zuvor geschickt haben: Können wir eventuell einmal telefonieren?
Zum Tod von Caterina Valente habe ich zwei Bilder von ihr aus meinem Echolette Archiv gefischt.
Neben der Werbung als „Echolette-Künstlerin“ gab es auch andere Überschneidungen zu Hans Bauers Echolette-Imperium: Im Jahr 1969 kaufte Caterina Valente dem „Bauer Hansl“ die Gaststätte/Bar Crazy Alm in der Münchner Lilienstraße ab.
Von Oktober 1961 an wurde von Hans Bauer und Martin Hochhäusl jr. eine Zeitschrift namens show business – Internationales Journal für Musik. Fachzeitschrift für das Schau-Geschäft herausgegeben.
Diese Zeitschrift kann man inhaltlich sicherlich mit heutigen Musiker-Fachzeitschriften vergleichen, sie war aber sehr offensichtlich stark mit der Firma Echolette Vertrieb verzahnt: So saß die Redaktion ebenfalls in der Leopoldstraße 46 in München-Schwabing, an der damaligen Firmenadresse der Echolette Vertriebsgesellschaft. Neben personellen Überschneidungen sind Echolette Werbeanzeigen geradezu überrepräsentiert. Auch wenn immer wieder andere Hersteller von Orchestergeräten ihren Werbeplatz bekommen – den größten Konkurrenten Dynacord findet man in keiner der Ausgaben.
Das erste Impressum der „show business“-Zeitschrift aus dem Jahr 1961.
Bereits ab Januar 1962 verschwindet Hans Bauer dann aber schon wieder aus der Liste der Herausgeber, ab diesem Zeitpunkt gibt sich die Zeitschrift den Untertitel: aktuell • unabhängig • zeitgemäß. Dennoch bleibt das Thema „Echolette“ in der Zeitschrift omnipräsent und sie stellt damit eine wertvolle Originalquelle für Echolette-Enthusiasten dar.
Neben dem Nutzen für die „Echolette Forschung“ gibt die Zeitschrift zudem aber ein interessantes Bild der deutschen Musikszene der Nachkriegszeit wieder und ist tatsächlich sehr kurzweilig zu durchstöbern.
Inhaltlich findet man neben boulevardesken Beiträgen verschiedene Service-Sparten: Neuigkeiten vom Schallplattenmarkt. Hinweise, wer gerade wo ein Engagement hat. Tour- und Konzertberichte. Aber – wenn auch noch stark vereinzelt – auch schon technische Ratschläge zu verschiedenen praktischen Technikthemen für Endnutzer von Orchesterelektronik („Was tut man wenn…„). Die Keimzelle von Equipment-Besprechungen ist in späteren Ausgaben bereits vorhanden, jedoch bei weitem nicht so umfangreich und in die Tiefe gehend, wie man es von heutigen Fachzeitschriften zuweilen kennt.
Es werden Rechtsfragen aus dem Musikerbusiness thematisiert, Leserbriefe und Kleinanzeigen abgedruckt. Nicht selten findet man den ein oder anderen Jungstar in der Zeitschrift, der später noch eine große Karriere vor sich hatte.
Ein sehr junger Rex Gildo in sommerlichem Outfit aus dem Jahr 1962
Auch vor schwierigen Themen hat man sich nicht gescheut: In den Ausgaben vom Juni und Juli 1962 wird das Thema Drogenkonsum im Musikgewerbe diskutiert. Am Beispiel des Jazz Trompeters Chet Baker wird die Frage aufgeworfen, warum eigentlich immer mehr Rauschgift in den Alltag großer, moderner Künstler einzieht.
Manche Themen erscheinen uns heute sehr naiv. So kann man erfahren, dass so mancher Musiker aus Deutschland sich noch kurz vor dem Aufkommen der „British Invasion“, bei der Beat-Bands aus England Europa und die Welt im Sturm eroberten, noch eine Vorzugsbehandlung für deutsche Musiker bei Auftritten in Deutschland gewünscht hätte:
„Sollen ausländische Kapellen im Bundesgebiet beschäftigt werden, wenn es zahllose deutsche Musiker gibt, die aus Mangel an Gelegenheiten nicht in der Lage sind, ein Engagement zu finden?“
…kann man in der Ausgabe 1/62, S. 7 ff. lesen – Unterschiedliche Ansichten zu diesem Thema kommen dabei zu Wort.
Die Zeitschrift konnte abonniert werden, anfangs war offensichtlich ein monatliches Erscheinen geplant, dann wurde es sechswöchentlich – inklusive Entschuldigung an die Leser, dass sich eine Ausgabe mal verzögert hat – irgendwann wird es vierteljährlich. Es bleibt – soweit nachverfolgbar – eine gewisse ungeplante Unregelmäßigkeit das Merkmal der Publikation.
Internationalen Stars wurde öfters und sehr gerne eine Ausgabe der Zeitschrift „in die Hand gedrückt“, hier: Louis Armstrong 1962.
Gegen 1964 wird die Zeitschrift in „musikwelt – die illustrierte Fachzeitschrift“ umbenannt, der Anteil an Werbeanzeigen steigt. Aufgrund der Kontinuität von Verlag und einigen Redakteuren, dürfen wohl auch die späteren Echolette-Zeitschriften „musik press“ und „music shop“ als Nachfolger von show business gelten.
Es ist leider zum aktuellen Zeitpunkt nicht zweifelsfrei zu sagen, ob alle Ausgaben der Zeitschriften hier vorliegen. Es gibt große zeitliche Lücken und wenn diese auch im normalen Erscheinungsturnus immer wieder auftreten und von der Redaktion entsprechend den Abonnenten auch mitgeteilt wurden – so kann es doch sein, dass in der folgenden Auflistung noch die ein oder andere Ausgabe fehlt.
Die Zeitschrift show business ist heute wohl weitestgehend in Vergessenheit geraten, offenbar wurden nicht einmal Belegexemplare in der Deutschen Nationalbibliothek abgeliefert. Die Sammlung auf dieser Webseite könnte damit der einzige verbleibende Nachweis der Veröffentlichung sein.
Ich bin kürzlich bei einer Google Suche auf zwei äußerst interessante Texte zu Hans Bauer und seiner Firma Echolette Vertrieb gestoßen, die ich hier sehr gerne teilen möchte.
Joachim Bung hat vor ungefähr 15 Jahren im Rahmen von Recherchen zu seinem Buchprojekt „Schweizer Präzision“ – in dem es um die Geschichte der Firma Thorens, aber auch das Entstehen des High Fidelity-Marktsegmentes in der Unterhaltungselektronik im Allgemeinen geht – ein Interview mit dem Echolette-Chef Hans Bauer geführt.
Hans Bauer hat neben dem Vertrieb von Orchester-Elektronik auch eine Zeit lang Hi-Fi-Geräte über die Echolette Vertriebsgesellschaft importiert und verkauft: Zu einer Zeit, als High Fidelity hierzulande höchstens einem Fachpublikum ein Begriff war.
Aus dem Gespräch mit Hans Bauer und einigen Dokumenten, in die Herr Bung Einsicht nehmen durfte, sind nun auch die eingangs erwähnten, neuen Texte entstanden.
Sie beinhalten diverse Informationen und auch Bilder, die mir selbst vollkommen unbekannt waren und mir neue Anregungen für meine eigenen Recherchen gegeben haben.
So findet sich bei Herr Bung zum Beispiel ein Bild des Ladengeschäftes in der Leopoldstraße 46 in München – etwas, nach dem ich selbst schon sehr lange suche, aber trotz Anfragen in Archiven und München-Foren im Internet nie ausfindig machen konnte.
Ich kann Herr Bungs Internetseite und seine Blog-Beiträge deshalb nur jedem Echolette-Fan wärmstens ans Herz legen!
Ich möchte ein sehr schönes Design teilen. Es handelt sich hier um einen Echolette-Aufkleber, vermutlich eher aus der Dynacord-Zeit der 1970er Jahre. Eingescannt und leicht bearbeitet.
Würde sich das nicht für den Aufdruck auf T-Shirts, Kaffeetassen, etc. eignen? 🙂